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Tripper-Bakterien warten erst ab
Dass Gonorrhoe (Tripper)-Bakterien in die Wirtszellen eindringen, war bekannt. Neu entdeckt wurde jetzt aber, dass die Bakterien den Infektionsprozess steuern und mit dem Zelleintritt warten. Mit Hilfe von Signalmolekülen verstärken sie das Stützskelett der Wirtszelle und werden dadurch nicht gleich von ihr aufgenommen.
„Lange Zeit ging man davon aus, dass sich Krankheitserreger besonders darum bemühen, möglichst schnell in Körperzellen einzudringen“, erklärt Thomas Meyer vom Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. „Das Gegenteil ist aber offenbar der Fall. Zunächst scheint es für die Gonorrhoe-Bakterien lebenswichtig zu sein, auf der Oberfläche der Zellen zu bleiben.“ Die Verankerung an der Zellmembran und die darunterliegende Veränderung des Stützskeletts machen die Erreger offensichtlich noch widerstandsfähiger gegen die mitunter unwirtlichen Lebensumstände außerhalb der Zellen.
Diese Erkenntnis könnte möglicherweise künftig medizinisch genutzt werden, um Infektionen abzuwehren. Denn die Wissenschaftler konnten zeigen, dass krankmachende Escherichia coli-Darmbakterien ebenfalls diesen Signalweg nutzen. Und wahrscheinlich verhindern auch noch weitere Bakterien auf diese Weise, von den Zellen aufgenommen zu werden.
Originalveröffentlichung:
Tyrosine-phosphorylated caveolin-1 blocks bacterial uptake by inducing Vav2-RhoA-mediated cytoskeletal rearrangements
Jan Peter Boettcher et al.; PLoS Biology, 24. August 2010