1. 19 April 2010
    • Sexuelle Gewalt
    • Kinder
    • Sabine Fisch

    Sexuelle Gewalt an Kindern

    Es scheint ein Thema zu sein, über das Menschen nur mit dem allergrößten Abscheu sprechen können – sexuelle Gewalt an Kindern ist etwas, das wohl niemanden unberührt lässt. Aber auch, wenn der erste Reflex ist, mit den Fingern auf die Täter zu zeigen und sie als „Monstren“ zu bezeichnen – richtig ist das nicht.

    Warum nicht?

    Zum einen reden wir hier von Millionen von Männern auf der ganzen Welt. Mit Kinderpornographie wird mittlerweile mehr Geld umgesetzt, als im illegalen Waffenhandel. Zum anderen kann sexuelle Gewalt an Kindern nur dann wirksam verhindert werden, wenn jene, die pädophile Tendenzen verspüren, auch eine Möglichkeit bekommen, über diese Empfindungen offen zu reden und sich in Behandlung zu begeben.

    Denn – auch wenn das vielleicht schwer zu begreifen ist: Auch die Täter sind Menschen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in ihrer Kindheit Opfer von (sexueller) Gewalt geworden sind. Viele pädophile Männer haben ein Unrechtsbewusstsein – sie sollten daher die Möglichkeit haben, sich Hilfe zu holen, bevor sie zum ersten Mal sexuelle Gewalt gegen Kinder ausüben. Diese Möglichkeit besteht in Österreich derzeit nicht. Es gibt keine Beratungsstellen, die sich um (potenzielle) Täter kümmert.

    Jeder pädophile Täter vergreift sich – so die Statistik – an etwa vier Kindern. Das bedeutet, sagt etwa der ORF-Journalist Christoph Feurstein, wenn 100 Männer mit pädophilen Neigungen die Möglichkeit einer Behandlung ihrer Störung wahrnehmen, so könnten damit 400 Kinder geschützt werden.

    Um sexuelle Gewalt an Kindern langfristig zu verhindern, bedarf es also der Schaffung von Hilfeangeboten auch für Täter. Es bedarf aber auch gesellschaftlicher Veränderungen: Ein offener Umgang mit Sexualität, ein umfassender Kinderschutz, ein Bündel an präventiven Maßnahmen und vor allem – ein Ende der Verlogenheit.

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    AutorIn: Sabine Fisch

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