1. 28 April 2010
    • Dr. Elia Bragagna
    • Sabine Fisch
    • Sex-Mythen

    Macht häufiger Sex gesünder?

    SexMedPedia warnt vor halbgaren Empfehlungen zu Sex und Gesundheit

    Die Welt staunte nicht schlecht, als der brasilianische Gesundheitsminister Jose Gomes gestern „fünf Mal die Woche Sex gegen Bluthochdruck“ empfahl. Die Internetenzyklopädie www.sexmedpedia.com empfiehlt dagegen, derartige „Empfehlungen“ zu ignorieren. „Sex unter Druck macht nicht gesund, sondern fördert Sexualstörungen“, hält SexMedPedia-Gründerin Dr. Elia Bragagna fest.

    Fünf Mal die Woche Sex. Das empfiehlt der brasilianische Gesundheitsminister Jose Gomes als wirksame Maßnahme zur Bekämpfung von Bluthochdruck. „Ich scherze nicht. Im Ernst: Regelmäßige physische Aktivität heißt auch Sex, sicherer Sex, versteht sich.“ Mit diesem Statement wurde Gomes schlagartig weltweit bekannt. Gefallen sind diese Sätze gestern im Rahmen der Vorstellung einer landesweiten Kampagne gegen Bluthochdruck in Brasilien. Es kommt aber noch besser: „Sex ist auch fünf Mal am Tag möglich“, zeigte sich der brasilianische Gesundheitsminister überzeugt. Ratsam sei aber mindestens fünf Mal die Woche.

    Druck erzeugt Störungen
    Keine Frage: Sex macht Spaß und ist tatsächlich gesund. Verordneter Sex dagegen setzt die Menschen unter unnötigen Druck und macht Stress – und der ist ungesund. Die „scherzhafte“ Bemerkung des brasilianischen Gesundheitsministers ist nicht gesundheitsförderlich, sondern allerhöchstens ärgerlich. „Sexualstörungen nehmen immer mehr zu“, sagt Elia Bragagna: „In den Medien hören wir ständig, wie oft, wie lang wir Sex haben sollen.“ Diverse Sexualpraktiken, wie etwa Analverkehr, beschäftigen bereits ganz junge Menschen, die gerade erst anfangen, sich lustvoll mit ihrem eigenen Körper auseinander zu setzen. Und Sex zu haben, weil dieser „vorgeschrieben“ ist, oder weil die Gesellschaft meint, Sexualität müsse möglichst täglicher Bestandteil des Lebens sein, setzt gerade auch junge Menschen unter Druck. Dies führt nicht zuletzt dazu, dass immer mehr junge Frauen unter Problemen wie Lustlosigkeit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden und immer mehr junge Männer Erektionsstörungen aufweisen.

    Es gibt keine Vorgabe
    Wer fünf Mal am Tag oder fünf Mal die Woche Sex haben will, soll ihn haben. Die meisten Menschen allerdings haben – so geben es zumindest Umfragen an – etwa zwei Mal die Woche Sex. „Sensationsgier und saloppes Reden, wie häufig Sexualität stattfinden soll, lenken vom wahren Thema ab“, ärgert sich Elia Bragagna:
    „Jeder zweite Mann mit Erektionsstörungen entwickelt diese aufgrund von Übergewicht. Dieses Übergewicht führt zu Bluthochdruck, zu hohen Blutfettwerten und Diabetes. „Anstelle von halbgaren Empfehlungen, wie jenen des brasilianischen Gesundheitsministers sollten lieber sinnvolle Maßnahmen gesetzt werden“, zeigt sich die Gründerin von SexMedPedia überzeugt. Dazu gehört etwa eine gesündere Ernährung und natürlich Bewegung, die in den täglichen Alltag integriert werden sollte.

    Alt, aber gut
    Diese Empfehlungen sind alt, aber gut: Viel Obst und Gemüse essen, reichlich Wasser trinken und täglich mindestens eine Stunde lang Bewegung machen: Das Spektrum ist groß und reicht vom flotten Spaziergang, über tägliches Treppensteigen bis hin zu Radfahren, Laufen oder Schwimmen. „Ein Körper, der nicht zu viel Gewicht mit sich herumschleppen muss, fühlt sich leicht und gut und von sich aus sinnlich“, weiß Sexualmedizinerin Bragagna. „Das Ziel ist nicht Marathonsex, sondern sich mit seinem Körper und dem Partner/der Partnerin gut zu fühlen.“

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Links

  • Aus der Praxis
  • SexMedPedia.com
  • SexMedPedia-Blog